Methode
Argumentationsmap
Die Argumentationsmap hilft, Aussagen, Gründe, Gegenargumente und mögliche Lösungen sichtbar miteinander zu verbinden. Statt Argumente nur nacheinander zu sammeln, entsteht eine strukturierte Karte: Was spricht wofür? Was widerspricht sich? Welche Begründung trägt eine Position besonders stark?
Kurzprofil
Wofür ist die Methode gut?
Die Argumentationsmap eignet sich für Themen, bei denen Positionen, Begründungen und Einwände auseinandergehalten werden müssen. Sie macht sichtbar, welche Aussagen zusammengehören, wo Gegenargumente auftauchen und welche Schlussfolgerungen gut begründet sind.
Im MobiQ-Kartendeck passt die Methode besonders gut zu Konflikten im Mobilitätsbereich: etwa Parkraum, Tempo 30, Sharing-Angebote, Radinfrastruktur, ÖPNV-Ausbau oder Flächengerechtigkeit. Die Gruppe kann nachvollziehen, warum ein Thema schwierig ist, welche Interessen und Argumente beteiligt sind und welche Lösung fachlich oder praktisch am meisten überzeugt.
So funktioniert die Methode
Vorbereitung
- Formuliere eine klare Streitfrage oder ein konkretes Problem, zum Beispiel: „Soll die Hauptstraße zugunsten von Rad- und Fußverkehr umgestaltet werden?“
- Bereite eine große Arbeitsfläche vor, auf der Aussagen, Gründe, Einwände und Lösungen gut sichtbar angeordnet werden können.
- Lege einfache Zeichen fest: Pfeile für Unterstützung, Gegenpfeile oder Markierungen für Widerspruch, Farben für Pro, Contra, offene Fragen oder Lösungsideen.
Durchführung
- Stelle die Streitfrage oder das Problem in die Mitte der Arbeitsfläche.
- Die Gruppe sammelt zunächst zentrale Aussagen, Positionen oder mögliche Antworten auf die Frage.
- Zu jeder Aussage werden Begründungen ergänzt: Welche Fakten, Erfahrungen, Werte oder Beobachtungen stützen diese Position?
- Anschließend werden Gegenargumente, Zweifel oder Nebenfolgen ergänzt und sichtbar mit den passenden Aussagen verbunden.
- Zum Schluss prüft die Gruppe die Struktur: Welche Argumentationslinie ist besonders stark? Wo fehlen Informationen? Welche Lösung oder nächste Klärung ergibt sich daraus?
Abschluss
Schließe mit einer gemeinsamen Auswertung ab. Die Gruppe kann die stärksten Argumente markieren, offene Fragen notieren und festhalten, welche Position oder Lösung derzeit am besten begründet ist. Wichtig ist, dass die Map nicht nur eine Sammlung bleibt, sondern zu einer nachvollziehbaren Einschätzung führt.
Material & Raum
- Material: Papier, Stifte, Pinnwände; hilfreich sind zusätzlich Moderationskarten, Haftnotizen, Klebepunkte und farbige Marker für Pro, Contra, Begründungen und offene Fragen.
- Raum: Kleingruppentische oder Arbeitsinseln mit ausreichend großer Schreib- oder Pinnfläche. Jede Gruppe sollte ihre Argumentationsmap gut sichtbar aufbauen können.
- Digital möglich: Ja. Online funktioniert die Methode mit einem digitalen Whiteboard, auf dem Aussagen als Karten angelegt und mit Linien, Pfeilen oder Farben verbunden werden.
Moderationstipps
- Achte darauf, dass Aussagen, Begründungen und Gegenargumente getrennt formuliert werden. Sonst wird die Map schnell unübersichtlich.
- Arbeite mit kurzen Sätzen statt Schlagworten. Eine Argumentationsmap braucht nachvollziehbare Aussagen, keine bloßen Themenüberschriften.
- Ermutige die Gruppe, auch Gegenargumente fair darzustellen. Die Methode soll nicht nur die eigene Meinung bestätigen.
- Nutze Farben oder Symbole konsequent. Das hilft, Pro-Argumente, Contra-Argumente, offene Fragen und Lösungsideen schnell zu unterscheiden.
- Plane Zeit für die Bewertung ein: Welche Argumente sind stark belegt, welche beruhen eher auf Annahmen, und welche Informationen fehlen noch?
Varianten
Kurze Variante
Arbeite mit einer einfachen Pro-Contra-Map. Die Gruppe sammelt zu einer Frage drei unterstützende Argumente, drei Gegenargumente und eine offene Klärungsfrage. Diese Variante eignet sich gut als Vorbereitung auf eine Diskussion.
Intensivvariante
Lasse mehrere Gruppen dieselbe Streitfrage bearbeiten und anschließend ihre Maps vergleichen. Dabei wird sichtbar, welche Argumente wiederkehren, welche Perspektiven fehlen und wo unterschiedliche Gruppen zu verschiedenen Schlussfolgerungen kommen.
Online-Variante
Nutze ein digitales Whiteboard mit vorbereiteten Kartenformaten, etwa Aussage, Grund, Gegenargument, Beispiel und offene Frage. Die Teilnehmenden verbinden die Karten mit Pfeilen und markieren am Ende die stärksten oder unsichersten Argumentationslinien.
Mehr zur Methode
Wenn du mehr über die Argumentationsmap erfahren möchtest oder Hinweise zum sichtbaren Ordnen von Aussagen, Begründungen und Gegenargumenten suchst, findest du hier weiterführende Informationen: Methodenkartei: Argumentationsmap.
