Reflexionskarte

Der frühe Blick auf Gelungenes

Übertragen Partnerarbeit & Gruppe 15–20 Minuten

Der frühe Blick auf Gelungenes eignet sich, wenn eine Gruppe nach Ressourcen und erfolgreichen Erfahrungen suchen soll. In kurzen Interviews erzählen die Teilnehmenden, was in ihrer Initiative oder ihrem Netzwerk bereits gut funktioniert. So werden vorhandene Stärken sichtbar und mit neuen Inhalten aus dem Modul verbunden.

Leitfragen Uhr

Kurzprofil

Kategorie Übertragen
Format Partnerarbeit oder Kleingruppen mit kurzer Auswertung
Dauer 15–20 Minuten
Material Leitfragen, Uhr

Wofür ist die Reflexion gut?

Diese Reflexion lenkt den Blick bewusst auf das, was bereits funktioniert. Das ist besonders hilfreich, wenn Gruppen nicht nur Probleme sammeln, sondern vorhandene Ressourcen, Erfahrungen und gelungene Ansätze erkennen möchten.

Im MobiQ-Kartendeck passt die Methode gut, wenn eine Initiative, Kommune oder Gruppe aus bisherigen Erfolgen lernen möchte: Was hat schon einmal getragen? Welche Bedingungen haben geholfen? Was können wir für die nächsten Schritte übernehmen?

So funktioniert die Reflexion

Vorbereitung
  • Bereite zwei bis drei ressourcenorientierte Leitfragen vor.
  • Bilde Paare oder kleine Gruppen.
  • Lege einen klaren Zeitrahmen fest, zum Beispiel fünf Minuten Interviewzeit pro Person.
Durchführung
  1. Eine Person erzählt von einer Situation, in der etwas in der Initiative, Kommune oder Gruppe gut gelungen ist.
  2. Die andere Person fragt nach: Was genau hat funktioniert? Wer war beteiligt? Was hat geholfen?
  3. Nach der vereinbarten Zeit werden die Rollen gewechselt.
  4. Die wichtigsten Gelingensbedingungen werden kurz notiert.
  5. Im Plenum oder in der Gruppe werden wiederkehrende Stärken und hilfreiche Muster gesammelt.
Abschluss

Verdichtet die Ergebnisse zu konkreten Ressourcen: Welche Erfahrungen, Beziehungen, Kompetenzen oder Strukturen können wir weiter nutzen? Welche gelungene Praxis lässt sich auf die nächste Aufgabe übertragen?

Material & Raum

  • Material: Leitfragen und Uhr; optional Papier, Stifte oder Pinnwand, um Gelingensbedingungen sichtbar zu sammeln.
  • Raum: Die Methode braucht ruhige Gesprächsinseln für Partnerarbeit oder Kleingruppen. Für die Auswertung reicht eine Pinnwand oder ein gemeinsames Plakat.
  • Digital möglich: Ja. Online kann die Reflexion mit Breakout-Räumen und einem gemeinsamen digitalen Board durchgeführt werden.

Moderations­tipps

  • Halte den Fokus konsequent auf Gelungenem. Probleme dürfen auftauchen, sollten aber nicht die Runde übernehmen.
  • Frage nach konkreten Situationen statt nach allgemeinen Erfolgsfaktoren. Das macht die Reflexion greifbarer.
  • Hilfreiche Nachfragen sind: Was hat dazu beigetragen? Wer hat unterstützt? Was war anders als sonst?
  • Achte darauf, dass aus den Beispielen übertragbare Bedingungen sichtbar werden.
  • Schließe mit einer Transferfrage: Was davon können wir für unseren nächsten Schritt nutzen?

Varianten

Mini-Erfolgsinterview

Jede Person erzählt in drei Minuten von einer kleinen gelungenen Situation. Die andere Person hört zu und notiert nur eine zentrale Stärke oder Gelingensbedingung.

Ressourcenwand

Nach den Interviews sammelt die Gruppe alle genannten Ressourcen auf Karten. Anschließend werden ähnliche Punkte geclustert, zum Beispiel Beziehungen, Wissen, Orte, Erfahrungen oder konkrete Werkzeuge.

Transfer auf den nächsten Schritt

Die Gruppe wählt eine bevorstehende Aufgabe aus und prüft: Welche gelungenen Erfahrungen können uns dabei helfen? Was sollten wir bewusst wiederholen oder stärken?

Weitergehende Infos

Wenn du mehr über den frühen Blick auf Gelungenes und ressourcenorientierte Reflexion erfahren möchtest, findest du hier weiterführende Informationen: Rosa-Luxemburg-Stiftung: Der frühe Blick auf Gelungenes und Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg: Methodenblatt Der frühe Blick auf Gelungenes.