Methode
Freiflug
Freiflug eignet sich, wenn neue Ideen ohne vorschnelle Bewertung entstehen sollen. Die Teilnehmenden zeichnen zunächst spontan und ohne genaue Vorgabe, leiten daraus Begriffe ab und entwickeln daraus gemeinsam einen Text, eine Szene oder eine andere kleine Inszenierung. So entstehen ungewohnte Perspektiven, die anschließend in Fragen, Themen oder Lösungsansätze übersetzt werden können.
Kurzprofil
Wofür ist die Methode gut?
Freiflug stärkt Kreativität, Teamarbeit und den Mut, ungewohnte Zugänge zu nutzen. Die Methode startet nicht mit Argumenten oder fertigen Ideen, sondern mit spontanen Zeichnungen. Dadurch kommen auch Gedanken ins Spiel, die in einer normalen Diskussion möglicherweise nicht ausgesprochen würden.
Im MobiQ-Kartendeck kann Freiflug genutzt werden, um neue Bilder, Geschichten oder Ideen zu Mobilität im Quartier zu entwickeln: Wie fühlt sich ein guter öffentlicher Raum an? Welche Zukunftsbilder entstehen zu nachhaltiger Mobilität? Welche Wünsche, Konflikte oder Möglichkeiten stecken in scheinbar zufälligen Zeichnungen?
So funktioniert die Methode
Vorbereitung
- Bereite weißes Papier und Stifte vor. Gut geeignet sind DIN-A4- oder DIN-A3-Blätter sowie Bleistifte und farbige Stifte.
- Lege fest, ob die Methode ganz offen startet oder ob ein Themenfeld vorgegeben wird, zum Beispiel „Mobilität der Zukunft“, „Wege im Alltag“ oder „öffentlicher Raum“.
- Plane genug Zeit für Zeichnen, Austausch, gemeinsame Text- oder Szenenentwicklung und Präsentation ein.
Durchführung
- Die Teilnehmenden nehmen Blatt und Stift zur Hand, schließen die Augen und bringen eine einfache Zeichnung aufs Papier.
- Danach öffnen sie die Augen, ergänzen ihre Zeichnung, malen sie aus oder betten sie in einen Hintergrund ein.
- Jede Person ordnet der eigenen Zeichnung mehrere Begriffe zu. Hilfreich ist es, unterschiedliche Wortarten zu nutzen: Dinge, Tätigkeiten, Eigenschaften oder Gefühle.
- In Kleingruppen erläutern die Teilnehmenden ihre Zeichnungen und Begriffe. Alternativ kann eine andere Person die Zeichnung interpretieren.
- Aus den Begriffen der Gruppe entsteht gemeinsam ein kurzer Text, eine Szene, eine Mini-Geschichte oder eine andere kreative Darstellung, die anschließend vorgestellt wird.
Abschluss
Die Gruppen führen ihre Texte, Szenen oder Inszenierungen vor. Danach wird gemeinsam ausgewertet: Welche Bilder, Begriffe oder Ideen waren überraschend? Was lässt sich auf das Mobilitätsthema übertragen? Welche Fragen, Wünsche oder Lösungsansätze sollen weiterbearbeitet werden?
Material & Raum
- Material: Papier, Stifte, Pinnwände; zusätzlich hilfreich sind weiße DIN-A4- oder DIN-A3-Blätter, Bleistifte, bunte Stifte und alles, was vor Ort für eine kleine Inszenierung genutzt werden kann.
- Raum: Gruppentische für die Zeichen- und Austauschphase sowie etwas freie Fläche für kurze Präsentationen oder Inszenierungen.
- Digital möglich: Bedingt. Online ist die Methode möglich, wenn alle Teilnehmenden Papier und Stifte zur Hand haben. Präsentation und Austausch können per Kamera, Breakout-Raum und digitaler Sammlung erfolgen; die spontane gemeinsame Inszenierung funktioniert vor Ort meist besser.
Moderationstipps
- Erkläre die Methode nicht zu früh vollständig. Wenn die nächsten Schritte überraschend bleiben, diskutieren Teilnehmende weniger über ihre Zeichenfähigkeiten.
- Betone, dass es nicht um schöne Zeichnungen geht. Entscheidend sind spontane Bilder, Begriffe und Assoziationen.
- Halte die Gruppen klein. Bis zu fünf Personen pro Gruppe funktionieren gut, weil alle Zeichnungen besprochen und in den gemeinsamen Text einfließen können.
- Hintergrundmusik kann die Zeichenphase entspannter machen und Hemmungen abbauen.
- Plane die Reflexion fest ein. Der kreative Teil macht Spaß, aber der Transfer auf Mobilität, Beteiligung oder Quartier entsteht erst in der Auswertung.
Varianten
Kurze Variante
Reduziere die Methode auf Zeichnung, Begriffe und kurzen Austausch. Jede Gruppe wählt eine überraschende Assoziation aus und übersetzt sie in eine Frage oder Idee für die weitere Arbeit.
Intensivvariante
Gib ein konkretes Themenfeld oder eine Textart vor, zum Beispiel „Zukunftsgeschichte“, „Dialog im Quartier“ oder „Werbespot für ein Mobilitätsangebot“. Die Gruppen entwickeln daraus eine kurze Inszenierung und leiten anschließend konkrete Projektideen ab.
Online-Variante
Die Teilnehmenden zeichnen analog zu Hause, halten die Zeichnung in die Kamera oder laden ein Foto hoch. In Breakout-Räumen werden Begriffe gesammelt und ein kurzer Text entwickelt. Die Ergebnisse können anschließend im Plenum vorgelesen, gespielt oder auf einem digitalen Whiteboard dokumentiert werden.
Mehr zur Methode
Wenn du mehr über Freiflug oder ähnliche kreative Methoden mit Zeichnung, Assoziation, Text und Inszenierung erfahren möchtest, findest du hier weiterführende Informationen: Methodenkartei: Freiflug.
