Reflexionskarte
Gefühle auf hoher See
Gefühle auf hoher See eignet sich, wenn nach einem Modul sichtbar werden soll, wie sicher, motiviert oder überfordert sich die Teilnehmenden fühlen. Sie platzieren Karten auf einem symbolischen Meer und erklären kurz ihre Position. So werden emotionale Reaktionen mit Lernstand, offenen Fragen und Unterstützungsbedarf verbunden.
Kurzprofil
Wofür ist die Reflexion gut?
Die Reflexion hilft, Unsicherheiten, Motivation und Überforderung sichtbar zu machen. Gerade bei komplexen Mobilitätsthemen ist nicht nur wichtig, was verstanden wurde, sondern auch, wie handlungsfähig sich die Gruppe fühlt.
Im MobiQ-Kartendeck passt die Methode besonders gut nach intensiven Arbeitsphasen: Wo fühlen wir uns auf Kurs? Wo sind wir noch im Nebel? Wo brauchen wir Unterstützung, Orientierung oder eine ruhigere Weiterfahrt?
So funktioniert die Reflexion
Vorbereitung
- Zeichne auf ein großes Papier oder eine Pinnwand ein symbolisches Meer.
- Markiere unterschiedliche Bereiche, zum Beispiel ruhige See, hoher Wellengang, Nebel, Hafen oder offene Fahrt.
- Gib den Teilnehmenden Karten oder Zettel, auf denen sie ihre aktuelle Position festhalten können.
Durchführung
- Stelle eine klare Reflexionsfrage, zum Beispiel: „Wo stehe ich nach diesem Modul gerade auf unserer gemeinsamen Reise?“
- Die Teilnehmenden wählen einen Bereich auf dem symbolischen Meer aus.
- Sie schreiben kurz auf, warum diese Position passt.
- Die Karten werden auf dem Meer platziert.
- Einige Personen erläutern freiwillig ihre Position und benennen, was sie für den nächsten Schritt brauchen.
Abschluss
Schaut gemeinsam auf das entstandene Bild: Wo steht die Gruppe überwiegend? Wo zeigen sich Unsicherheiten? Welche Unterstützung, Klärung oder Ermutigung braucht es, damit die gemeinsame Arbeit gut weitergehen kann?
Material & Raum
- Material: Papier und Stifte; zusätzlich hilfreich sind ein großes Plakat, Moderationskarten, Klebepunkte oder vorbereitete Symbolkarten.
- Raum: Eine Pinnwand, Wandfläche oder ein Tisch reicht aus, um das symbolische Meer sichtbar aufzubauen.
- Digital möglich: Ja. Online kann die Methode mit einem digitalen Whiteboard umgesetzt werden. Die Teilnehmenden platzieren ihre Markierungen dann auf einer vorbereiteten Meer-Grafik.
Moderationstipps
- Erkläre die Bildsprache kurz, aber nicht zu ausführlich. Die Teilnehmenden sollen eigene Bedeutungen finden können.
- Achte darauf, dass niemand persönliche Gefühle detailliert erklären muss. Freiwillige kurze Erläuterungen reichen aus.
- Verbinde Emotionen mit Handlungsfähigkeit: Was braucht die Gruppe, um weiterarbeiten zu können?
- Nutze die Methode nicht nur als Stimmungsbild, sondern auch zur Klärung von Unterstützungsbedarf.
- Wenn viele Unsicherheiten sichtbar werden, plane direkt einen nächsten Klärungsschritt ein.
Varianten
Kurzes Stimmungsbild
Die Teilnehmenden setzen nur einen Punkt auf das Meer und erläutern ihn nicht ausführlich. Diese Variante eignet sich, wenn wenig Zeit bleibt.
Unterstützungsbedarf sichtbar machen
Zusätzlich zur Position notieren die Teilnehmenden, was ihnen helfen würde: mehr Informationen, Austausch, Entscheidung, Zeit, konkrete Aufgaben oder Unterstützung von außen.
Vorher-nachher-Vergleich
Nutzt die Methode zu Beginn und am Ende eines Seminartags. So wird sichtbar, ob sich Sicherheit, Motivation oder Orientierung verändert haben.
Weitergehende Infos
Wenn du mehr über die Reflexion eigener Gefühle und Gedanken in Lernprozessen erfahren möchtest, findest du hier weiterführende Informationen: Umweltbundesamt: Reflexion eigener Gefühle und Gedanken.
