Methode
Kopfsalat
Kopfsalat eignet sich, wenn ein Thema über kurze Aussagen, Rollen oder Perspektiven zugänglich gemacht werden soll. Teilnehmende füllen leere Sprechblasen von Comicfiguren oder ordnen vorbereitete Äußerungen zu und besprechen, was dahintersteht. So werden erste Deutungen, Fragen und Konfliktlinien sichtbar, ohne sofort fertige Antworten zu verlangen.
Kurzprofil
Wofür ist die Methode gut?
Kopfsalat hilft, Gedanken, Fragen und Interessen indirekt sichtbar zu machen. Weil die Aussagen über Comicfiguren oder vorbereitete Sprechblasen formuliert werden, fällt es vielen Teilnehmenden leichter, auch unsichere, kritische oder persönliche Gedanken einzubringen.
Im MobiQ-Kartendeck passt die Methode gut als Einstieg in Mobilitätsthemen, bei denen Alltagserfahrungen, Zielkonflikte oder Erwartungen sichtbar werden sollen. Die Figuren können zum Beispiel unterschiedliche Perspektiven vertreten: Anwohnende, Jugendliche, ältere Menschen, Pendler:innen, Verwaltung, Initiative oder Gewerbe.
So funktioniert die Methode
Vorbereitung
- Bereite Comicvorlagen mit zwei oder mehr Figuren und leeren Sprechblasen vor.
- Formuliere einen klaren Arbeitsauftrag, zum Beispiel: „Was denken diese Personen über Mobilität im Quartier?“ oder „Welche Fragen haben sie an ein neues Mobilitätsangebot?“
- Lege fest, wie die Ergebnisse anschließend gesammelt werden: auf Pinnwänden, Tischen, Plakaten oder als kurze Galerie im Raum.
Durchführung
- Stelle Thema, Ziel und Arbeitsauftrag kurz vor. Erkläre, dass die Teilnehmenden stellvertretend für die Comicfiguren sprechen.
- Die Teilnehmenden arbeiten in Paaren oder Kleingruppen und füllen die Sprechblasen aus.
- Die Gruppen überlegen, welche Gedanken, Wünsche, Sorgen oder Fragen ihre Figuren zum Thema haben könnten.
- Die ausgefüllten Comics werden sichtbar ausgelegt oder aufgehängt.
- Die Gruppe liest die Sprechblasen gemeinsam und bespricht, welche Themen, Fragen und Konflikte darin sichtbar werden.
Abschluss
Schließe mit einer kurzen Verdichtung ab: Welche Aussagen tauchen mehrfach auf? Welche Perspektiven überraschen? Welche Fragen sollten in der nächsten Arbeitsphase weiterbearbeitet werden? Die Ergebnisse können geclustert und als Ausgangspunkt für Diskussion, Priorisierung oder Projektideen genutzt werden.
Material & Raum
- Material: Comicvorlagen, Papier, Stifte, Pinnwände; optional Haftnotizen, Moderationskarten oder Klebepunkte zur anschließenden Sortierung.
- Raum: Kleingruppentische für die Bearbeitung und eine gut sichtbare Fläche zum Auslegen oder Aufhängen der Comics.
- Digital möglich: Ja, wenn die Comicvorlagen digital bearbeitbar sind. Online funktioniert die Methode mit vorbereiteten Whiteboard-Vorlagen, in denen Teilnehmende Sprechblasen ausfüllen und anschließend gemeinsam betrachten.
Moderationstipps
- Wähle Figuren oder Situationen, die zum Thema passen, aber nicht zu stark festlegen, was gesagt werden soll.
- Ermutige zu alltagsnahen Formulierungen. Die Sprechblasen dürfen kurz, zugespitzt oder auch widersprüchlich sein.
- Halte die indirekte Perspektive ein: Sprich über „die Figur fragt sich …“ oder „die Figur wünscht sich …“, nicht über einzelne Teilnehmende.
- Achte darauf, dass die Methode nicht bei lustigen Aussagen stehen bleibt. Die Sprechblasen sollen anschließend in Themen, Fragen oder Arbeitsaufträge übersetzt werden.
- Bei sensiblen Themen ist Kopfsalat besonders hilfreich, braucht aber eine klare, wertschätzende Moderation.
Varianten
Kurze Variante
Nutze nur eine Comicvorlage mit zwei Figuren und einer klaren Leitfrage. Die Gruppen füllen wenige Sprechblasen aus und markieren anschließend die wichtigste Aussage.
Intensivvariante
Arbeite mit mehreren Figuren, die unterschiedliche Rollen im Mobilitätskonflikt darstellen. Die Gruppen füllen die Sprechblasen aus, ordnen die Aussagen nach Perspektiven und entwickeln daraus offene Fragen, Konfliktlinien oder Lösungsideen.
Online-Variante
Bereite die Comicfiguren auf einem digitalen Whiteboard vor. Die Teilnehmenden ergänzen Sprechblasen in Kleingruppen und stellen ihre Figuren anschließend im Plenum vor. Ähnliche Aussagen können direkt auf dem Whiteboard geclustert werden.
Mehr zur Methode
Wenn du mehr über Kopfsalat oder ähnliche aktivierende Methoden mit Begriffen, Rollen und indirektem Sprechen erfahren möchtest, findest du hier weiterführende Informationen:
