Methode

Mystery

Ausprobieren Gruppen 60–90 Minuten

Mystery ist eine Methode für komplexe Fälle, bei denen Zusammenhänge nicht sofort sichtbar sind. Die Teilnehmenden erhalten eine Leitfrage und mehrere Informationskarten, ordnen die Hinweise, prüfen Zusammenhänge und entwickeln daraus eine begründete Erklärung. So werden Ursachen, Wirkungen und mögliche Handlungsoptionen Schritt für Schritt erschlossen.

Informationsmaterial Aufgabenblätter Papier Pinnwände Stifte Kleber Haftnotizen

Kurzprofil

Kategorie Ausprobieren
Format Gruppen
Dauer 60–90 Minuten
Gruppengröße 3–6 Personen

Wofür ist die Methode gut?

Mystery eignet sich für Fragestellungen, bei denen mehrere Informationen, Akteursinteressen und Wirkungszusammenhänge zusammengedacht werden müssen. Die Gruppe arbeitet nicht auf eine einzige Musterlösung hin, sondern entwickelt eine nachvollziehbare Erklärung und begründet, warum sie die Hinweise so miteinander verbunden hat.

Im MobiQ-Kartendeck passt die Methode besonders gut zu komplexen Mobilitätsfällen: Warum wird ein Angebot nicht genutzt? Warum eskaliert ein Konflikt um Parkraum? Warum scheitert eine eigentlich gute Idee im Alltag? Über Informationskarten können Verkehrsdaten, Alltagsgeschichten, politische Rahmenbedingungen, Umweltfolgen und lokale Interessen miteinander verknüpft werden.

So funktioniert die Methode

Vorbereitung
  • Wähle einen konkreten Ausgangspunkt, zum Beispiel eine kurze Geschichte, einen Zeitungsartikel, eine Alltagssituation oder einen lokalen Mobilitätskonflikt.
  • Formuliere daraus eine Leitfrage, die nicht sofort eindeutig beantwortbar ist und mehrere Erklärungen zulässt.
  • Bereite Informationskarten vor: kurze Hinweise, Daten, Zitate, Perspektiven oder Kontextinformationen, die die Gruppe ordnen und verknüpfen kann.
Durchführung
  1. Stelle Ausgangssituation, Leitfrage und Arbeitsauftrag vor. Erkläre, dass die Gruppe den Fall wie ein Rätsel rekonstruiert.
  2. Gib jeder Gruppe die Informationskarten und, falls passend, zusätzlich Karten, Fotos, Statistiken oder kurze Hintergrundmaterialien.
  3. Die Gruppen lesen die Hinweise, sortieren relevante und weniger relevante Informationen und suchen nach ersten Mustern.
  4. Die Teilnehmenden verknüpfen die Karten zu einem Wirkungsgefüge, zum Beispiel auf Papier, Pinnwand oder Flipchart.
  5. Jede Gruppe entwickelt eine begründete Antwort auf die Leitfrage und bereitet eine kurze Präsentation ihrer Lösung vor.
Abschluss

Die Gruppen stellen ihre Lösung und die wichtigsten Zusammenhänge vor. Danach werden Unterschiede verglichen: Welche Hinweise wurden besonders stark gewichtet? Wo gab es Unsicherheit? Welche Ursachen, Wirkungen oder Handlungsoptionen wurden sichtbar? Zum Abschluss sollte auch reflektiert werden, wie die Gruppe vorgegangen ist und welche Problemlösestrategien hilfreich waren.

Material & Raum

  • Material: Informationsmaterial, Aufgabenblätter, Papier, Pinnwände, Stifte, Kleber, Haftnotizen; zusätzlich können Fotos, Karten, Statistiken oder kurze Fallbeschreibungen genutzt werden.
  • Raum: Gruppentische oder Arbeitsinseln mit ausreichend Platz, um Informationskarten auszulegen, zu ordnen und als Wirkungsgefüge sichtbar zu machen.
  • Digital möglich: Ja, aber vorbereitungsintensiv. Online funktioniert die Methode mit digitalen Whiteboards, auf denen Informationskarten verschoben, gruppiert und verbunden werden können.

Moderations­tipps

  • Formuliere die Leitfrage so, dass sie neugierig macht und nicht durch eine einzelne Information beantwortet werden kann.
  • Die Informationskarten sollten keine fertigen Erklärungen liefern. Die Zusammenhänge müssen von den Gruppen selbst hergestellt werden.
  • Baue bewusst auch mehrdeutige oder weniger wichtige Informationen ein, damit die Teilnehmenden abwägen und begründen müssen.
  • Achte auf die richtige Komplexität: Zu wenige Karten machen den Fall trivial, zu viele Karten überfordern die Gruppe.
  • Plane genug Zeit für Präsentation und Reflexion ein. Der Lerngewinn entsteht nicht nur beim Lösen des Falls, sondern auch beim Vergleich der unterschiedlichen Lösungswege.

Varianten

Kurze Variante

Reduziere den Fall auf eine klare Leitfrage und wenige Informationskarten. Die Gruppe sortiert die Hinweise, formuliert eine erste Erklärung und benennt offene Fragen. Diese Variante eignet sich gut als Einstieg in ein komplexes Thema.

Intensivvariante

Arbeite mit mehreren Kartentypen, zum Beispiel Daten, Perspektiven, Ereignissen, politischen Rahmenbedingungen und Alltagsbeobachtungen. Die Gruppen erstellen ein ausführliches Wirkungsgefüge und verteidigen ihre Deutung im Plenum.

Online-Variante

Stelle die Informationskarten auf einem digitalen Whiteboard bereit. Die Gruppen arbeiten in Breakout-Räumen, verschieben Karten, verbinden Hinweise mit Linien und präsentieren anschließend ihr digitales Wirkungsgefüge im Plenum.

Mehr zur Methode

Wenn du mehr über die Mystery-Methode erfahren möchtest oder Hinweise zur Vorbereitung von Leitfrage, Informationskarten und Auswertung suchst, findest du hier weiterführende Informationen: