Methode
Placemat
Placemat eignet sich, wenn unterschiedliche Erfahrungen, Einschätzungen oder Wissensstände zusammengeführt werden sollen. Die Teilnehmenden notieren zuerst einzeln ihre Gedanken auf einem gemeinsamen Blatt. Danach vergleichen sie ihre Punkte in der Kleingruppe und halten in der Mitte fest, was sie gemeinsam wichtig finden oder weiter bearbeiten wollen.
Kurzprofil
Wofür ist die Methode gut?
Placemat ist hilfreich, wenn alle Teilnehmenden zunächst selbst nachdenken sollen, bevor die Gruppe diskutiert. Dadurch kommen auch ruhigere Personen zu Wort, und die gemeinsame Diskussion baut auf sichtbaren Einzelbeiträgen auf.
Im MobiQ-Kartendeck passt Placemat gut zu Fragen, bei denen persönliche Erfahrungen und gemeinsame Einschätzungen verbunden werden sollen: Was macht Mobilität im Alltag schwierig? Welche Zielgruppen werden bisher übersehen? Welche Bedingungen braucht ein gutes Beteiligungsformat? Welche Ideen sind für unser Quartier besonders wichtig?
So funktioniert die Methode
Vorbereitung
- Formuliere eine offene Leitfrage, zu der verschiedene Antworten möglich sind.
- Bereite pro Gruppe ein großes Blatt vor: außen vier Schreibfelder für Einzelgedanken, in der Mitte ein gemeinsames Ergebnisfeld.
- Kläre den Ablauf: erst stille Einzelarbeit, dann Austausch in der Gruppe, danach gemeinsame Sicherung im Mittelfeld.
Durchführung
- Stelle die Leitfrage vor und erkläre kurz die Aufteilung des Placemat-Blatts.
- Alle Teilnehmenden schreiben zunächst still in ihr eigenes Feld: Gedanken, Erfahrungen, Fragen, Beispiele oder Ideen.
- Danach stellt jede Person ihre Notizen in der Kleingruppe vor.
- Die Gruppe vergleicht die Beiträge: Was taucht mehrfach auf? Wo gibt es Unterschiede? Welche Punkte sind besonders wichtig?
- Im mittleren Gemeinschaftsfeld hält die Gruppe ihre gemeinsamen Ergebnisse, Prioritäten oder offenen Fragen fest.
Abschluss
Zum Abschluss stellen die Gruppen ihre gemeinsamen Ergebnisse kurz im Plenum vor. Wichtige Punkte können auf einer Pinnwand gesammelt, geclustert oder für die nächste Arbeitsphase priorisiert werden.
Material & Raum
- Material: Papier, Stifte, Pinnwände; ideal ist ein vorbereitetes Placemat-Blatt in A3 oder größer mit vier Außenfeldern und einem Gemeinschaftsfeld in der Mitte.
- Raum: Gruppentische mit Platz für vier Personen und ein großes gemeinsames Blatt; für die Auswertung zusätzlich Pinnwand oder Wandfläche.
- Digital möglich: Ja. Online funktioniert Placemat mit einem digitalen Whiteboard, das pro Gruppe eigene Schreibfelder und ein gemeinsames Mittelfeld enthält.
Moderationstipps
- Nutze offene Fragen statt reiner Begriffsdefinitionen. Die Methode lebt davon, dass unterschiedliche Gedanken möglich sind.
- Halte die erste Phase wirklich still. So entstehen eigene Beiträge, bevor Gruppendynamiken einsetzen.
- Gib für jede Phase klare Zeitfenster, zum Beispiel 5 Minuten Einzelarbeit, 10 Minuten Austausch und 10 Minuten gemeinsame Verdichtung.
- Erinnere die Gruppen daran, im Mittelfeld nicht alles abzuschreiben, sondern gemeinsame Kernpunkte festzuhalten.
- Bei unerfahrenen Gruppen hilft eine sehr einfache Vorlage mit klar beschrifteten Feldern.
Varianten
Kurze Variante
Nutze Placemat als schnellen Einstieg mit einer einzigen Leitfrage. Die Einzelphase dauert wenige Minuten, danach einigt sich die Gruppe auf drei gemeinsame Punkte im Mittelfeld.
Intensivvariante
Lasse die Gruppen nach der ersten Runde ihr Placemat drehen. Die Teilnehmenden lesen die Beiträge der anderen, ergänzen neue Gedanken und verdichten erst danach das Mittelfeld. So entstehen zusätzliche Perspektiven, ohne sofort in eine mündliche Diskussion zu gehen.
Online-Variante
Bereite pro Gruppe ein digitales Placemat vor. Die Teilnehmenden schreiben zuerst in eigene Felder, besprechen die Beiträge anschließend im Breakout-Raum und halten gemeinsame Punkte im mittleren Feld fest.
Mehr zur Methode
Wenn du mehr über die Placemat-Methode erfahren möchtest oder Vorlagen und ähnliche methodische Hinweise suchst, findest du hier weiterführende Informationen:
