Reflexionskarte

Reflexions­karussell

Austauschen Plenum 20 Minuten

Das Reflexionskarussell eignet sich, um Erfahrungen aus der eigenen Initiative systematisch zu teilen. Die Teilnehmenden sitzen sich in zwei Kreisen gegenüber, wechseln nach kurzen Gesprächsrunden die Partner:innen und beantworten gezielte Reflexionsfragen. So werden unterschiedliche Erfahrungen sichtbar und zu gemeinsamen Erkenntnissen für die weitere Arbeit verdichtet.

Leitfragen

Kurzprofil

Kategorie Austauschen
Format Plenum mit wechselnden Zweiergesprächen
Dauer 20 Minuten
Material Leitfragen

Wofür ist die Reflexion gut?

Das Reflexionskarussell bringt viele kurze Gespräche in Gang. Es eignet sich, wenn Teilnehmende ihre Erfahrungen, Erkenntnisse oder offenen Fragen nicht nur im Plenum hören, sondern im direkten Austausch vertiefen sollen.

Im MobiQ-Kartendeck passt die Reflexion besonders gut, wenn Gruppen Erfahrungen aus ihrer Initiative vergleichen möchten: Was läuft bereits gut? Wo gibt es ähnliche Herausforderungen? Welche Ideen lassen sich auf die eigene Situation übertragen?

So funktioniert die Reflexion

Vorbereitung
  • Bereite zwei bis drei klare Leitfragen vor, die zur vorherigen Arbeitsphase passen.
  • Stelle Stühle in zwei Kreisen auf: ein Innenkreis und ein Außenkreis, jeweils mit Blick zueinander.
  • Lege fest, wie lange jede Gesprächsrunde dauert, zum Beispiel drei bis vier Minuten.
Durchführung
  1. Erkläre kurz Ablauf, Zeitrahmen und Leitfrage.
  2. Die gegenüber sitzenden Personen tauschen sich zur ersten Frage aus.
  3. Nach der vereinbarten Zeit rückt ein Kreis einen Platz weiter.
  4. Mit einer neuen Gesprächspartnerin oder einem neuen Gesprächspartner wird die nächste Frage besprochen.
  5. Wiederhole den Wechsel je nach Zeit zwei bis vier Mal.
Abschluss

Sammle im Plenum kurz zentrale Erkenntnisse: Welche Erfahrungen wurden mehrfach genannt? Welche Ideen sind für die eigene Initiative hilfreich? Welche Fragen sollten im nächsten Schritt weiterbearbeitet werden?

Material & Raum

  • Material: Leitfragen; optional Papier, Stifte oder Pinnwand, um zentrale Erkenntnisse am Ende festzuhalten.
  • Raum: Es braucht genug Platz für zwei Kreise oder zwei Stuhlreihen mit wechselnden Gesprächspartner:innen.
  • Digital möglich: Bedingt. Online kann die Methode mit Breakout-Räumen und wechselnden Zweiergruppen umgesetzt werden. Dafür braucht es eine klare technische Moderation.

Moderations­tipps

  • Nutze einfache Leitfragen, die schnell beantwortet werden können.
  • Halte die Gesprächsrunden kurz. Das Karussell lebt vom Wechsel der Perspektiven.
  • Plane am Ende unbedingt eine kurze gemeinsame Sicherung ein, sonst bleiben die Erkenntnisse in den Zweiergesprächen.
  • Achte darauf, dass der Wechsel klar angeleitet wird. Eine sichtbare oder hörbare Zeitmarkierung hilft.
  • Bei ungerader Gruppengröße kann eine Dreiergruppe gebildet oder eine Person als Beobachter:in eingebunden werden.

Varianten

Erfahrungsrunde

Alle Gesprächsrunden arbeiten mit derselben Frage, zum Beispiel: „Welche Erfahrung aus unserer Initiative ist für andere hilfreich?“ So werden viele Perspektiven zu einem Thema gesammelt.

Fragenkarussell

Jede Runde nutzt eine neue Leitfrage. So kann die Gruppe nacheinander Erkenntnisse, offene Punkte und nächste Schritte besprechen.

Transferkarussell

Die Teilnehmenden sprechen gezielt darüber, welche Idee sie in ihre eigene Initiative, Kommune oder Gruppe mitnehmen möchten. Am Ende wird gesammelt, welche Vorhaben konkret weiterverfolgt werden.

Weitergehende Infos

Wenn du mehr zu dieser Reflexionsform und zur Arbeit mit wechselnden Austauschformaten erfahren möchtest, findest du hier weiterführende Informationen: Bertelsmann Stiftung: Fortbildung Koordinationskräfte.