Project Description

Uferwerk Werder eG

Das Uferwerk in Werder an der Havel besteht aus 60 Wohnungen mit 100 Erwachsenen und 70 Kindern. Es gab von vornherein den Wunsch, individuelle Fahrzeuge zu reduzieren. Im Idealfall so stark, dass sie auf die wenigen Parkplätze im Uferwerk passen. Entstanden ist ein Car-Sharing mit privaten Fahrzeugen, die über eine App vermietet werden. Die E-Lastenräder für ein App-basiertes Lastenrad-Sharing sind bereits bestellt. Beide Angebote können ebenfalls von „Quartierfremden“ genutzt werden.

Nutzungsplan Uferwerk Werder
Uferwerk by Mirko Kubein

Warum wird das Angebot genutzt?

„Wahrscheinlich spielt die Kostenersparnis eine große Rolle. Finanziell lohnt sich ein eigenes Auto einfach nicht. Aber natürlich gibt es hier auch ein starkes ökologisches Bewusstsein: Ein eigenes Fahrzeug würde die meiste Zeit herumstehen. Es ist sinnvoll das mit den Nachbar:innen zu teilen.“

Das Projekt

Car-Sharing im Uferwerk Werder

Zeitraum

Das Projekt Uferwerk wurde im Jahr 2012 gestartet, schon damals gab es den Plan, durch das Teilen von Autos  den Flächenbedarf zu reduzieren.

Anfangs wurden die Autos eher informell geteilt. 2017 konnte dann, im Zuge eines Förderprojekts, zusammen mit einem Startup, eine Buchungsplattform realisiert werden.

Beteiligte

Von Anfang an kümmerte sich eine kleine Gruppe um den Aufbau und den Betrieb des kleines, eher informellen Angebots. Durch die Zusammenarbeit mit einem Softwaredienstleister im Rahmen eines Reallaborprojekts konnte es dann digitalisiert werden.

Weiterhin wird die administrative Abwicklung von einem kleinen Team ehrenamtlich betrieben, während alle Bewohner und einige Externe das Carsharing nutzen und sich die Eigentümer um die Pflege der Fahrzeuge kümmern.

Zielgruppe

Bewohner:innen des Uferwerks und Externe

Rahmen

Das Carsharing ist ein Sharing-Angebot von vielen und Teil des gemeinschaftlichen Wohnkonzepts des Uferwerks. Neben dem Carsharing mit Privatautos gibt es zum Beispiel auch eine Food-Coop.

Das Teilen der Autos wird sehr pragmatisch gehandhabt, so sind die Eigentümer der Fahrzeuge verantwortlich für die Pflege und zwei Freiwillige kümmern sich um die organisatorische Abwicklung und Rechnungsstellung. Dank einer Förderung konnte das Angebot schon digitalisiert werden, durch eine weitere Förderung wird nun ermöglicht, auch E-Bikes in das Sharing einzubeziehen.

Kontext

Werder (Havel) ist eine Stadt mit rund 26.000 Einwohnern und staatlich anerkannter Erholungsort. Werder liegt ungefähr 35km westlich von Berlin im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark. Die nächstgrößere Stadt Potsdam ist nur wenige KM entfernt und über zwei Brücken über die Havel zu erreichen. Verkehrstechnisch ist Werder über den Regionalexpress RE1 (Magdeburg – Frankfurt Oder), die BAB 10, sowie die Bundesstraße 1 angebunden. Außerdem verläuft der (touristisch genutzte) Havel-Radweg durch die Stadt, nach Brandenburg. Hier wird in den nächsten Jahren die bestehende Eisenbahnbrücke mit engem Fahrradweg durch eine Fahrradbrücke ersetzt.

Das Grundstück des Uferwerks ist gut ausgewählt, aufgrund der Nähe zum Bahnhof und zur Innenstadt. Einkaufsverkehr wird zusätzlich auch durch die eigene Food-Coop reduziert, bei der die meisten Bewohner und einige Externe mitmachen, was es einfacher macht auf den eigenen PKW zu verzichten.

Was wurde umgesetzt?

Es wurde ein System zum Teilen der 10, bereits durch Bewohner eingebrachten Fahrzeuge entwickelt, das sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Es stehen Fahrzeuge aller Klassen für alle denkbaren Einsatzzwecke zur Verfügung, sodass niemand noch ein zusätzliches Auto benötigt. Durch die App ist das Ausleihen unkompliziert und die Abrechnung transparent.

Der Erfolg lässt sich anhand der Auslastung der in der Bauordnung festgelegten Stellplatzfläche sehr gut beschreiben: Sie beträgt lediglich rund 25%.

Julian Bansen

Wie können wir Vorhandenes besser nutzen?

Im Uferwerk Werder wurden mit möglichst einfachen Mitteln vorhandene Fahrzeuge in ein Sharing-System integriert und damit die benötigten Parkflächen reduziert.